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Seedamen verlieren trotz vieler Flügeltore

Nachdem die letzte Saison coronabedingt abrupt zu Ende ging, freuten sich die Handballerinnen der SG Meilen/Stäfa, dass es nun wieder mit einem Ernstkampf losging.

Die Saisonvorbereitung startete Mitte Juni, allerdings ohne Trainer. Unverständlicherweise konnte für das aufgestellte gute 2.-Liga-Team kein Trainer gefunden werden. So haben sich einige Spielerinnen zusammengetan und sich für die Gestaltung des Trainingsbetriebes zur Verfügung gestellt. Die Trainings wurden sehr abwechslungsreich gestaltet und wenn man manchmal auch nur zu siebt in der Halle stand, wurde fleissig trainiert. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Nun aber zur neuen Saison. Das Team muss weiterhin auf die Kreisläuferin Ursina Wyler verzichten, die sich im letzten durchgeführten Spiel der Saison 2019/20 das Kreuzband gerissen hatte. Glücklicherweise sind aber Claudia Cianciarulo und Debora Kamm nach ihren Verletzungen in der letzten Saison wieder ins Team zurückgekehrt. Auch kehrte Stefania Cianciarulo nach einer längeren Pause wieder auf das Handballfeld zurück und mit Elena Perisa stiess eine junge Spielerin dazu, die in Stäfa sowie bei GC Amicitia und in Zug schon einige Jahre Handball gespielt hat. Als Coach für die Spiele hat sich Ursina Wyler zur Verfügung gestellt, solange sie noch nicht als Spielerin einsatzfähig ist. Unterstützt wird sie vom letztjährigen Trainer Gjin Lasku.

Leider konnte in der Vorbereitung kein Testspiel absolviert werden. Auch war es aufgrund diverser Trainingsabsenzen kaum möglich, im Training einmal 6 gegen 6 zu spielen. So reisten die Seedamen zwar mit einem grossen Kader zum ersten Saisonspiel nach Urdorf, wo sie von den ambitionierten Damen des HC Dietikon-Urdorf empfangen wurden, wussten aber nicht so genau, wo sie standen. Der Start gelang der SG sehr gut. Bereits im ersten Angriff erzielte Chrigi Schuler den ersten Treffer. Dank zwei Penaltytoren von Coco Wettstein und einem Flügeltreffer von Lena Letonja führten sie nach fünf Minuten 4:1. Danach folgte aber eine sehr schlechte Phase der Seedamen. Die offensive Verteidigung der Gastgeberinnen führte zu vielen Fehlpässen, welche mit schnellen Gegenstosstoren ausgenutzt wurden. Nach sechs Gegentoren in Folge mussten die Coaches das Time-out nehmen. Im Angriff kam man nun wieder besser in Spiel. In der Verteidigung wurde konzentriert gearbeitet und mit Sophie Münch hatte die SG einen starken Rückhalt im Tor. Trotz der in der 27. Minuten erhaltenen ersten Zweiminutenstrafe des Spiels gelang es den Seedamen den Rückstand bis zu Pause zu verkürzen. Mit dem Pausenpfiff gelang Debora Kamm das 14:10.

Für die zweite Halbzeit wollte man im Angriff mehr Bewegung ins Spiel bringen, das Spiel breiter machen und sich nicht in Einzelaktionen verstricken. Es war noch nichts verloren. Der erste Abschluss gehörte dann dem HCDU. Obwohl dieser von Dodo Wettstein im Tor abgewehrt wurde, fand der Nachschuss den Weg ins Tor. Danach hatten beide Mannschaften Mühe sich im Angriff durchzusetzen. Leider wurden bis dahin insgesamt drei Penaltys durch die SG nicht verwandelt. Vielleicht war auch das auf den stark beharzten Ball zurückzuführen. In der Verteidigung agierten die Seedamen sehr gut, was immer wieder zu Fehlschüssen der Gastgeberinnen führte. Jedoch führten überhastete Aktionen im Angriff dazu, dass man den Rückstand nicht verkürzen konnte. Im Gegenteil, durch einige Ballverluste konnte der HCDU mit Gegenstosstoren in der 45. Minute auf 21:13 davonziehen.

Die Seedamen liessen aber den Kopf nicht hängen. Dank einer starken Verteidigung und einiger starken Paraden der Torhüterin Dodo Wettstein konnte der Rückstand ab der 52. Minute wieder verringert werden. Auch der jüngsten Spielerin Elena Perisa gelang ein sehenswerter Treffer. Sehr viele Tore wurden vom Flügel erzielt, allen voran brillierte Debora Kamm am rechten Flügel mit einigen Treffern. 20 Sekunden vor Schluss erzielte sie das 28:24 und der abschliessende Gegenstoss wurde mit dem Schlusspfiff nochmals von Dodo Wettstein pariert.

Obwohl keine Punkte mitgenommen werden konnte, gilt es das Positive aus diesem Spiel zu ziehen. Es wurden 24 Tore erzielt, immer weiter gekämpft, auch wenn man einige Tore im Rückstand lag. In den kommenden Trainings gilt es das Zusammenspiel noch mehr zu vertiefen und die Abstimmung in der Verteidigung noch mehr zu verbessern.

Das nächste Spiel findet am 27. September 2020 in Frauenfeld statt. OHNE Harz, was nun ebenfalls noch trainiert werden kann. Hopp Steilä – wir freuen uns auf den weiteren Verlauf der Saison.

Autorin: Dodo Wettstein