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Mikes Wikingerin im Rampenlicht

Die 10. Swiss Handballawards halten eine Überraschung bereit: Harpa Rut Jonsdottir vom LK Zug, die Freundin von Mike Felder, wird zum Publikumsliebling gewählt.

«Megacool. Damit habe ich nicht gerechnet.» Harpa Rut Jonsdottir reagierte mit grosser Freude auf die Kunde, dass sie an den 10. Swiss Handball Awards von den Fans zum Publikumsliebling der SPL 1 gewählt worden ist. Die 24-jährige Isländerin ist Teil des LK Zug, der in der abgelaufenen Saison bei den Frauen das Double gewann. Auch Stimmen aus ihrem Heimatland seien für diese Auszeichnung eingegangen. «Das hat mir wahrscheinlich sehr geholfen. Island ist ein kleines Land. Und wenn da jemand für eine Wahl nominiert wird, stehen alle dahinter und voten», erzählt Jonsdottir. Und mit einem Schmunzeln fügt sie an: «Ich selbst habe keine Werbung betrieben, meine Eltern aber kontaktierten eine isländische Zeitung, in der dann ein Artikel über mich erschienen ist.»

Doch was macht die sympathische Nordländerin zum Publikumsliebling? «Ich bin auf der Bank eine der lautesten und immer für das Team da. Ich motiviere und pushe meine Teamkolleginnen, gehe auf sie zu, wenn sie schlecht gelaunt sind.» Auch beim Siegestanz nach erfolgreichen Spielen, einem Zumba, ist sie in der vordersten Reihe mit dabei. «Ich freue mich sehr für sie», sagt LKZ-Trainer Christoph Sahli, «sie ist sich für nichts zu schade, sehr hilfsbereit und neben dem Platz für jede da.» Sportlich spielte Jonsdottir noch keine grosse Rolle, am Kreis war sie hinter Stefanie Eugster und Laura Baumann die Nummer drei. Nächste Saison wird sich dies ändern, Baumann tritt zurück, Jonsdottir steigt in der Hierarchie auf. «Sie verkörpert bei uns die Tellerwäscher-Story», sagt Sahli und spricht damit ihren Aufstieg seit dem Wechsel aus Stans vor zwei Jahren an.

Auch ihre Schwester Mary ist Meisterin

In ihrer ersten Spielzeit in Zug wurde die 1,71 Meter grosse Akteurin vornehmlich in der SPL 2 eingesetzt, in der vergangenen Saison schaffte sie den Sprung in die erste Auswahl. «Sie gibt in jedem Training Vollgas, arbeitet unglaublich hart und hat sich diese Chance verdient», erklärt Sahli. Und die Spielerin, die man im LK Zug zuweilen als Wikingerin bezeichnet, ergänzt: «Ich kämpfe extrem. Wenn es mir nicht läuft, gebe ich nicht auf.» Steigerungspotenzial habe Jonsdottir vor allem in der Abwehr, erklärt Sahli, während er ihr im Angriff ein gutes Auge fürs Spiel attestiert.

Geboren und aufgewachsen ist sie im Norden Islands im Städtchen Akureyri. Mit 17 Jahren zog sie an eine Sportschule nach Dänemark, lernte dort Mike Felder kennen und zog mit dem früheren Akteur der SG Pilatus 2017 in die Schweiz. Die ersten beiden Saisons spielte Jonsdottir beim BSV Stans in der SPL 2, wobei sie neun Monate ausfiel, «weil ich mir im Training alle Bänder, die man sich im Fuss reissen kann, gerissen habe». 2019 zog sie weiter nach Zug in die zweite Equipe, liebäugelte mit der Beförderung in die SPL 1. «Meine erste SPL-1-Saison sollte mir dann vornehmlich als Aufbau für die Zukunft dienen. Gleich den Gewinn des Doubles erleben zu können, war natürlich unglaublich», schwärmt Jonsdottir, die in Luzern an einer Heilpädagogischen Schule als Klassenassistentin arbeitet. Speziell: Auch ihre 19-jährige Schwester Anna Mary gewann den Meistertitel, und zwar in der isländischen Liga mit KA Thor.

Quelle: LK Zug

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